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Text und Fotos © Uwe Römers
Salz, soweit das Auge reicht. Mit einer Länge von 160 km und einer Breite von
135 km ist der Salar de Uyuni in Bolivien die größte Salzfläche der Erde.
Seine Ausdehnung von rund 12000 qkm entspricht in etwa dem 17fachen des
Bodensees. Die Dicke der Salzkruste differiert zwischen zwei und sieben Meter.
Grell ist das Licht auf dem Salar, vom Salz reflektiert wie vom Eis eines
Gletschers - die gleißende Ebene liegt höher als manch berühmter Gipfel in
den Alpen.
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Wo sich die Anden in eine West- und eine Ostkordillere
teilen und das Gebirge bis zu 750 Kilometer in die Breite geht, hat sich in 3600 bis 4000
Meter Höhe zwischen den Gebirgszügen eine ganze Kette von Becken gebildet, die keinen
Abfluß zum Meer haben. Die wenigen Flüsse, die von den Bergen kommen, versickern im
trockenen Klima der Salzwüste. Ihre Fracht - Ton und aus Gesteinen ausgelaugtes Salz -
bleibt zurück.
Die Oberfläche des Salars verändert sich ständig - durch kräftige Winde, extreme
Temperaturschwankungen zwischen plus 20 Grad am Tag und minus 30 Grad in der Nacht,
und durch Regenfälle, bei denen sich ein Teil des Salzes vorübergehend auflöst.
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Polygonmuster an der Salaroberfläche
Canon EOS 10D, EF 17-40L, Stativ
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Aus den höher gelegenen Teilen des Beckens fließt mal mehr, mal weniger Grundwasser
nach, das von versickernden Flüssen gespeist wird. Unter all diesen klimatischen und
geologischen Einflüssen bildet das Salz an der Oberfläche eine Vielfalt von Strukturen.
Ein netzartiges Bienenwabenmuster entsteht durch die Schrumpfungsrisse beim Trocknen
der Kruste, in denen salzhaltiges Wasser nach oben dringt und verdunstet. So lagert
sich das Salz an den Rändern der Polygone an.
Während der Regenzeit zwischen Dezember und April kann der Salar de Uyuni durch
die Hochland-Regenfälle regelrecht überflutet werden und dadurch teilweise bis
Mai/Juni unter Wasser stehen. Die feste Salzdecke verwandelt sich in Salzsümpfe
und das Salarwasser glänzt in sattem Tiefblau.
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Am östlichsten Zipfel der weißen Wüste liegt das kleine Dorf Colchani, das Zentrum
der Salzgewinnung am Salar de Uyuni. Das Salz wird hier in großen Mengen abgebaut,
die Jahresproduktion liegt bei 20000 Tonnen.
Aber der größte Reichtum des Salars liegt noch unausgebeutet da - Lithium. Leider
fehlt es in der Politik und Wirtschaft an guten Ideen, diesen Schatz richtig zu
vermarkten. Immerhin wird das Vorkommen dieses silberweißen Alkalimetalls, welches als
Legierungszusatz für Batterien und ganz besonders in der Kerntechnik benötigt wird,
auf 9 Mio. Tonnen geschätzt. Das wären knapp Dreiviertel des derzeit bekannten
Weltvorkommens.
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Salzabbau bei Colchani
Canon EOS 10D, EF 17-40L, Stativ
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Mitten im Salar gibt es zwei Lavainseln mit einer erstaunlichen
Vegetation. Wir erreichen zuerst die Isla Pescado, die sogenannte
Fischinsel. Ihr Name muß wohl von der Form der Insel abgeleitet sein.
Die Salzkruste ist im gesamten Bereich um die Insel rum aufgebrochen.
Die einzelnen
Bruchstücke erreichen einen Durchmesser von gut einem halben Meter.
Obwohl man in den meisten Reisebüchern von dieser Insel lesen kann und
praktisch alle einheimischen Tourenanbieter sie als Ziel angeben, ist
es hier doch ziemlich menschenleer. Die Erklärung ist einfach: es gibt
noch eine weitere Insel, die viel mehr zu bieten hat.
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Aufgeplatzte Salzkruste, Isla Pescado
Canon EOS 10D, EF 17-40L, Stativ
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Auf der Isla Incahuasi finden wir eine unzählige Menge von Riesenkakteen.
Mit ihren wasserspeichernden Stämmen, ihrer kompakten Form ohne Blätter und ihrer
verdunstungshemmenden Oberfläche sind diese Pflanzen darauf eingerichtet,
mit Wasser sparsam umzugehen. Mit einem reich entwickelten, flachen
Wurzelsystem ist es ihnen möglich, die spärlichen Niederschläge in dieser
Wüste gut zu nutzen.
Das Schild neben einem 12 Meter hohen Prachtexemplar informiert uns darüber,
daß ein solcher Kaktus jährlich nur um einen cm wächst. Folglich müssen
die meisten Kakteen hier auf der Insel um die 1000 Jahre alt sein.
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Riesenkakteen auf der Isla Incahuasi
Canon EOS 10D, EF 17-40L, Stativ
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Der Untergrund des Salar de Uyuni ist vulkanischen Ursprungs. Wo heute
noch Gase an die Oberfläche drängen, bilden sich in dem salzigen Schlamm
ojos del salar, Salzaugen von 2 bis 50 Meter Durchmesser.
Im noch feuchten Schlamm haben die Gase Ringe aufgeworfen, bis beim
Austrocknen der Widerstand zu groß geworden und das Blubbern schließlich
erstarrt ist. Das Wasser kommt aus unterirdischen Wasserläufen hoch und
stammt überwiegend vom Río Huajala, der zum Salar de Uyuni fließt, aber
zuvor in schlammigem Erdreich versickert.
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Ojos del Salar ("Salzaugen")
Canon EOS 10D, EF 17-40L, Stativ
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